Energieleitbild der Gemeinde Ostrach 2030

Ostrach liegt am gleichnamigen Fließgewässer am südöstlichsten Punkt der alten hohenzollerischen Lande im Ostrachtal. Es liegt 584 bis 755 m über dem Meeresspiegel und ist umgeben von Moränen, Hügeln, eiszeitlichen Moorflächen und großen Waldgebieten. Die Gemeinde Ostrach mit ihren Teilorten umfasst insgesamt eine Gemeindefläche von ca. 10.909 ha und hat 6.832 Einwohner, Stand 31.03.2019.
Ostrach hat sich ein nachhaltiges, energetisches Leitbild erstellt. Dieses Leitbild unterliegt einer ständigen Selbstkontrolle und wird bei Bedarf ergänzt.

Die Gemeinde Ostrach setzt sich zum Ziel, bis zum Jahr 2030 die aktuellen Klimaschutzziele der EU, der Bundesregierung und des Landes Baden Württemberg zu übertreffen. Des Weiteren orientiert sie sich am Klimaschutzkonzept des Landkreises Sigmaringen.

Die Säulen der Energiepolitik der Gemeinde Ostrach beinhalten folgende Ziele:

  1. Die Gemeinde Ostrach verhält sich energetisch vorbildlich und animiert die Öffentlichkeit durch aktive Kommunikation ebenfalls zu energiebewusstem Handeln.
  2. Die Gemeinde Ostrach wird den gesamten Energieverbrauch und seinen CO2-Ausstoß in allen Sektoren nachhaltig senken, die Energieeffizienz steigern sowie den Anteil der regenerativen Strom- und Wärmeerzeugung erhöhen. Ziel ist, die EU-, Bundes- und Landesziele umzusetzen oder zu überbieten:

    1. Senkung der Treibhausgasemissionen (v.a. Kohlenstoffdioxid) bis zum Jahr 2030 um -55% im Vergleich zu 1990
    2. Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch (auf Gemarkungsebene) bis zum Jahr 2030 auf > 55%
    3. Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien am Wärmeverbrauch (auf Gemarkungsebene) bis zum Jahr 2030 auf > 30%
    4. Senkung des Wärmeverbrauchs von Gebäuden durch Effizienzsteigerung bis zum Jahr 2030 um -25% im Vergleich zu 1990 e. Erhöhung der Sanierungsrate von 1% aller Gebäude auf > 2% aller Gebäude

  1. Bei Neu-, bzw. Ersatzbeschaffungen ist der Energieverbrauch wesentliches Kriterium. Grundsätzlich werden CO2-neutrale Verbraucher bevorzugt.
  2. Energieeffizienzsteigerung bei den gemeindeeigenen Bestandsgebäuden durch ambitionierte Sanierungsmaßnahmen (EnEV Unterschreitung um 30% sowie Einsatz von erneuerbaren Energien zur Wärmeversorgung) sowie mindestens 30%ige Unterschreitung der gesetzlichen Anforderungen (aktuelle EnEV) bei kommunalen Neubauten (inkl. Kriterien des nachhaltigen Bauens).
  3. Steigerung der Erzeugung regenerativer Energien an gemeindeeigenen und Privatgebäuden durch Vermietung oder Eigennutzung der zur Verfügung stehenden Gebäudeflächen.
  4. Bei der Entwicklung von Bauflächen ist auf einen schonenden Umgang mit Natur und Umwelt zu achten. Die Reaktivierung von Brachflächen sowie die Nachverdichtung im Innenbereich soll gegenüber der Inanspruchnahme von Unbebauten Grundstücken im Außenbereich vorrangig betrachtet werden.
  5. In der ländlichen Struktur wird der Individualverkehr immer eine bedeutende Rolle spielen. Zum motorisierten Individualverkehr bildet der ÖPNV sowie großzügige Rad- und Fußgängerwege eine wertvolle und zu fördernde Alternative. Dem Ausbau einer Infrastruktur für CO2-freie Alternativantriebe für Fahrzeuge von Bürgern, Betrieben und Besuchern ist Rechnung zu tragen.
  6. Die Gemeinde Ostrach unterstützt die Durchführung von Fortbildungsmaßnahmen für kommunale Mitarbeiter und eine unabhängige Energieberatung für Bürger/innen sowie die Initiierung und Realisierung von ökologischen Schulprojekten.
  7. Nachhaltige Energieversorgung heißt für uns, dass Energie effizient und klimaschonend nach dem Stand der Technik eingesetzt wird. Damit soll die Lebensqualität für die Menschen und die Standortqualität für Unternehmen gewahrt werden.
  8. Bei der Umsetzung der energiepolitischen Zielsetzungen werden regionale Lösungen bevorzugt.
  9. Die Ziele der Energieeinsparung und CO2-Reduzierung sowie des Energie- und Klimaschutzkonzeptes werden im Rahmen des European Energy Award im Turnus der (Re-)Zertifizierung kontrolliert und angepasst.
Gittinger neue medien